Schulentwicklungsplan des Kreises in der Kritik
LAMPERTHEIM. Die SPD Lampertheim und die Jusos Ried kritisieren gleichermaßen die Haltung des Kreises zur Raumsituation an Lampertheimer Schulen. Im neuen Schulentwicklungsplan für die Jahre 2015 bis 2021 ist von einem „Masterplan für die Raumsituation“ an Lessing-Gymnasium und Alfred-Delp-Schule die Rede. „Das ist viel zu wenig“, unterstreichen die Sozialdemokraten. Die reale Situation stelle sich so dar: Bei Anschaffung der Container, in denen am LGL derzeit unterrichtet wird, habe Landrat Wilkes versichert, dass es sich um eine „Übergangslösung“ handle. Tatsächlich seien die Container nach über fünf Jahren immer noch da und daher mittlerweile „eine unzureichende Dauerlösung.“ „Die Schülerzahlen am LGL steigen auch in Zukunft weiter. Bald wird die Schule das größte Gymnasium im gesamten Kreis sein. Bis 2021 werden rund hundert Schüler, das sind circa vier Klassen, mehr als heute das LGL besuchen. Diese brauchen Räume. Trotzdem müssen aufgrund von Raummangel schon jetzt ganze Jahrgänge ihren Unterricht an der ADS zubringen, was die Identifikation mit der eigenen Schule nahezu unmöglich macht“, meint Juso-Vorsitzender Marius Schmidt. Man könne Schulschwerpunkte wie die MINT-Schule oder die Europaschule nicht bestmöglich entwickeln, wenn es an Räumen hierfür mangelt. Im Umkehrschlusse fehlen die vom LGL genutzten Räume in der ADS dann den Haupt- und Realschülern. Die Folge steigender Schülerzahlen: Das LGL und die ADS würden sich um die weniger werdenden freien Räume balgen, zumal die ADS aktuell eine größere Akzeptanz erfährt, die sich in steigenden Schülerzahlen niederschlagen dürfte.
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jens Klingler sieht nur eine Lösung für das vorherrschende Problem: „Das LGL braucht einen Zubau mit ausreichenden Kapazitäten. Dann könnten die Container der Vergangenheit angehören und sich die Raumsituation in der ADS entspannen. Hier fordern wir vom Kreis im aktuellen Schulentwicklungsplan eine klare Aussage und endlich Taten.“
Gleiches gelte auch für andere Schulen in Lampertheim: Die dritte Schülerbetreuungsgruppe an der Pestalozzischule muss ab dem Schuljahr 2016/17 entweder in einen Pavillon oder in die Gaststätte der Jahnhalle. „Das kann keine Dauerlösung sein. Lampertheim, Bürstadt und Biblis sind Zuwachsgemeinden. Die Einwohnerzahlen steigen. Junge Familien aus den Neubaugebieten bringen Kinder mit, denen Schul- und Betreuungsplätze zustehen.“ Daher müsse auch hier eine dauerhafte Lösung angestrebt werden: „Auch hier kann die Lösung nur lauten, dass im Schulentwicklungsplan des Kreises ein Zubau aufgenommen werden muss. Noch dazu sollen die Großprojekte der Inklusion und der Ganztagesschule umgesetzt werden. Dies geht nur mit räumlich bestmöglich ausgestatteten Schulen“, schließen SPD und Jusos.