LAMPERTHEIM. „Wir warten aktuell auf den Bundesverkehrswegeplan, der die Umsetzung des Projektes Bahnneubaustrecke beinhalten soll.“ Warten bedeutet aber nicht, nicht aktiv zu sein, bewies die Lampertheimer Bürgerinitiative BILA zuletzt mit der Gründung der IG BRN 21. Damit konnten länderübergreifende Interessen der Bürger zur geplanten Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim gebündelt werden. Hiervon und weiteren Aktionen berichtete die BILA bei einem Meinungsaustausch am vergangenen Mittwoch mit Vertretern der SPD Lampertheim im Alten Rathaus in der Spargelstadt. „Hier rauszugehen und nichts zu tun, ist ein Fehler, denn dann bekommen wir genau die Variante, die wir nicht wollen “, mahnt sodann auch Ulrich Guldner von der BILA.
Gemeinsam verfolgen SPD und BILA das Ziel, die Variante C, die eine Streckenführung eng an Neuschloß vorbei und damit eine Durchschneidung des Lampertheimer Waldes zur Folge hätte, zu verhindern und den Trassenverlauf an der A 67 zu bündeln. Dies hat auch die Lampertheimer Stadtverordnetenversammlung in Resolutionen mehrfach einstimmig bestätigt. Zuletzt war eine vom Heppenheimer SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Schmitt aktualisierte Fassung im vergangenen Frühjahr im Stadtparlament Thema.
Einst ging es bei Gründung der BILA am 3. Februar 2009 in ihrem Bestreben um eine ICE-Trasse. Mittlerweile werfen aber auch die Planungen der Bahn bezüglich des Güterverkehrs Fragen auf. Dieser wird bis zur Fertigstellung der Neubaustrecke um 40 Prozent zunehmen und soll, zur Entlastung der Main-Neckar-Bahn an der Bergstraße, zum großen Teil auf der aktuellen Riedbahn und damit auch durch Lampertheim verkehren: „Wichtig wird sein, hier frühzeitig Einfluss zu nehmen. Wir fordern daher einen Projektbeirat für die Neubaustrecke mit politischem Mandat, um unserer Forderung, den Gütervekehr überwiegend über die Neubaustrecke verkehren zu lassen, Ausdruck zu verleihen.“, unterstrichen Karl-Hans Geil und Ulrich Guldner von der BILA. Sie machen auch deutlich, dass „ein in Aussicht gestelltes Dialogforum als unzureichend abgelehnt wird.“ Marius Schmidt von der Lampertheimer SPD machte deutlich, dass „es für den lange geforderten und nun in greifbarer Nähe stehenden S-Bahn-Ausbau unabdingbar ist, Freiräume auf der Schiene für eine gute Taktung Richtung Frankfurt und Mannheim zu erhalten.“ Hierfür und gegen die Variante C werde die SPD bei ihren Abgeordneten in Bund und Land weiter werben.